Bad Grönenbach. Ein symbolischer Spatenstich markierte den Beginn der Sanierung des Hohen Schlosses in Bad Grönenbach. Geplant ist unter anderem der Ausbau des Schlosses zu einem 4-Sterne-Hotel. Zahlreiche Gäste waren mit dabei und äußerten sich positiv über das anstehende Projekt. Dazu zählte auch der Memminger Staatsminister a.D., Josef Miller: „Das Schloss prägt die Landschaft und symbolisiert die Lebensgeschichte von sehr vielen Generationen durch ihre immer wieder veränderte Nutzung. Das Schloss bedeutet für die Bad Grönenbacher, die Menschen in der Umgebung und das gesamte Allgäu Identität und ein Stück Heimat. Die Investition trägt dazu bei, das Hotelangebot im Allgäu zu erweitern, indem es zu Ausflügen von Füssen bis zum Bodensee innerhalb einer kurzen Fahrzeit einlädt“, sagte Miller und ergänzte: „Der beste Denkmalschutz besteht darin, das Denkmal nachhaltig zu nutzen und diese Aussicht ist mit einem Hotel in hohem Maße gegeben.“ Besonders ausgezeichnet finde er es, dass das Schloss weiterhin in vielerlei Hinsicht den Bad Grönenbachern zur Nutzung offenstehe, so Miller.
Josef Millers Rede
Über das Hohe Schloss in Bad Grönenbach (von Josef Miller):
„Wer Bad Grönenbach kennt, dem ist das Hohe Schloss nicht verborgen geblieben. Es ist ein ortsbildprägendes Wahrzeichen und blickt auf eine abwechslungsreiche und bedeutsame Geschichte zurück. Im südlichen Landkreis Unterallgäu ist es ein herausragendes Baudenkmal.
Die Geschichte des Hohen Schlosses
Das Hohe Schloss wurde im 12. Jahrhundert durch Ritter Heinrich von Rothenstein anstelle einer vorgeschichtlichen Fliehburg errichtet. Es bildet durch seine Gründer und weiteren Besitzer die Geschichte des heutigen Regierungsbezirkes Schwaben und des Allgäus ab. Es sind dies die Grafen von Pappenheim, vor allem die Fugger und die Fürstbischöfe aus Kempten. Am Ende war es der große Fürsprecher der Behinderten, Dominikus Ringeisen aus Ursberg, der in dem Schloss eine Außenstelle errichtete.
Ab 1482 besaßen die Grafen von Pappenheim die Schlossburg. Im Jahre 1613 erwarben die Fugger das Gebäude und bauten es ab 1628 aus. 1695 erwarb der Fürstabt von Bothmann aus Kempten das Schloss als Sommersitz der Fürstbischöfe. Bei der Säkularisation 1803 fiel das Schloss an den Bayerischen Staat und beherbergte fortan das Landgericht und die Gendarmerie. Nach drei Jahren Leerstand von 1873 bis 1881 wurde das Gebäude an den hessischen Hoffotografen Wilhelm Kronenberg verkauft. Im Jahre 1901 kaufte Superior Dominikus Ringeisen aus Ursberg das Schloss und baute es anschließend für seine Zwecke als Kleinkinderschule, Arbeitsschule, Krankenstation und Heim für geistig und körperlich beeinträchtigte Patienten um.
1996 gab das Ringeisenwerk diese Nutzung auf und veräußerte das gesamte Ensemble an den Markt Bad Grönenbach. Dann stand es über ein Vierteljahrhundert leer. Trotz intensiver Bemühungen, insbesondere von Bürgermeister Bernhard Kerler, kam es zu keiner sinnvollen Verwendung. Es fand sich auch kein Investor, der bereit war, das Schloss zu kaufen. Auch ich wurde gebeten nach einem Nutzer Ausschau zu halten, war aber ebenfalls nicht erfolgreich. Das leerstehende Schloss wurde von der Bevölkerung als ein ungelöstes Problem empfunden und immer mehr als eine sichtbare Belastung gesehen. Sie wünschten sich eine passende Verwendung für das Schloss.
Künftige Nutzung
Nach 25 Jahren konnte Bürgermeister Bernhard Kerler endlich vermelden, dass er einen Käufer für das Schloss mit einer sinnvollen Nutzung gefunden hat. Es handelt sich um die Schloss-Bad-Grönenbach GmbH, hinter der jeweils zur Hälfte Wolfgang Scheidtweiler aus Pforzheim und die Gebrüder Bernd Jäger, Martin Jäger und Karlheinz Jäger aus Rot an der Rot stehen. Herr Scheidtweiler hat eine Reihe von historischen Baudenkmälern restauriert und einer neuen Bestimmung zugeführt, meist im Hotelbereich. Er genießt einem hervorragenden Ruf, ist ein gefragter, renommierter und kompetenter Investor für derartige Projekte. Das gleiche gilt auch für die JAKO-Baudenkmalpflege GmbH, die den drei Jäger-Brüdern gehört und die gemeinsam mit Herrn Scheidtweiler den Ausbau des Schlosses zu einem 4-Sterne-Hotel vornehmen wollen. Davon profitiert die Marktgemeinde Bad Grönenbach. Im gesamten südwestlichen Bereich des Landkreises Unterallgäu gibt es außer in Ottobeuren kein Hotel in dieser Qualitätsstufe. Das dortige Parkhotel Maximilian ist gut ausgelastet und hat den Fremdenverkehr erheblich bereichert.
Der günstige Standort Bad Grönenbach am „Tor zum Allgäu“ an der A7, nicht weit von der A96 und nicht weit vom Allgäu-Airport ist ein idealer Ausgangspunkt für Ziele am Bodensee und bis Neuschwanstein bei Füssen. Die in unmittelbarer Nachbarschaft liegenden Erholungswälder laden zum Gesundheitswandern ein. Der Kurbad-Standort Grönenbach ergänzt und erweitert mit diesem Hotelangebot die Rehakliniken in idealer Weise.
Es entstehen neue Arbeitsplätze für die ortsansässige Bevölkerung mit kurzen Wegen zur Arbeitsstelle. Die Gemeinde kann Räume und Infrastruktur des Hotels für gemeindeeigene Veranstaltungen in Anspruch nehmen und gewährleistet damit auch eine öffentliche Nutzung. Das ist etwas ganz Besonderes. So können in dem wunderbaren Stucksaal Trauungen erfolgen sowie Empfänge der Marktgemeinde oder Vereine stattfinden.
Das Besondere an diesem Schloss ist auch die Verbindung von Vergangenheit und Zukunft, von früherer Nutzung mit heutigem modernem Komfort. Dies kommt durch den Erhalt von alten Einrichtungen und der Ausstellung entsprechender Exponate im Hotel zur Geltung. Damit werden Bezüge von früher zu heute in einen Zusammenhang gestellt, was zu einem besonderen Wohn- und Aufenthaltsgefühl führt.
Der beste Denkmalschutz ist eine nachhaltige Nutzung des Gebäudes. Die Umgestaltung verursacht Baukosten, die im Wettbewerb der Hotels nicht erwirtschaftet werden können. Deshalb sind staatliche Zuschüsse erforderlich. Die neuen Besitzer waren die einzigen, die nach mehr als 25 Jahren Leerstand ein Angebot unterbreiteten und das Hohe Schloss erworben haben. Dies war für mich der Grund, weshalb ich dem Wunsch der beiden Unternehmen entsprochen habe, sie besonders in Förderfragen unentgeltlich zu unterstützen.“
Bildunterschrift:
Ein symbolischer Spatenstich markierte den Beginn der Sanierung des Hohen Schlosses in Bad Grönenbach. Unser Bild zeigt (von links): Wolfgang Oligmüller (Volksbank Allgäu-Oberschwaben), den Kreisverbandsvorsitzenden für den Kreislehrgarten, Alwin Lichtensteiger, den Unterallgäuer Landrat Alex Eder, Bernd Jäger von dem Unternehmen JAKO-Baudenkmalpflege GmbH, Bernhard Pohl (Landtagsabgeordneter im Bayerischen Landtag), Josef Miller (Staatsminister a.D.), Manfred Seifert (Geschäftsführer der Privaten Schloss-Hotel Collection), Andrea und Wolfgang Scheidtweiler sowie den Bürgermeister von Bad Grönenbach, Bernhard Kerler. Foto: privat
Wer glaubte, dass Weber seinen Elan verlieren und sich in die Schmollecke zurückzieht, hat sich getäuscht. Er ist Vorsitzender der EVP-Fraktion geblieben, der stärksten Fraktion im Europäischen Parlament und wurde zusätzlich auch noch zum Präsidenten der „European Peoples Party“ gewählt. Er ist heute einer der einflussreichsten Politiker in Europa und koordiniert als Konservativer auf Augenhöhe mit den Parteivorsitzenden, die meist Staats- und Regierungschefs sind, die europäische Politik insgesamt. Er hat zum Teil den Platz eingenommen, den einst die damalige Bundeskanzlerin Merkel innerhalb der EVP als mächtigste Politikerin in Europa innehatte.
Von den insgesamt 27 Staats- bzw. Regierungschefs war die Zahl der EVP-Politiker auf sechs zurückgegangen. Innerhalb der EVP nahm die Angst zu, dass durch die grüngefärbte Politik der Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Stimmen bei der bevorstehenden Europawahl in hohem Maße an die Rechtspopulisten verloren gehen würden. Es hagelte viel Kritik und es gab Befürchtungen, dass „der Green Deal“ mit seinen gewaltigen Klimazielen, die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Landwirtschaft, und damit die siere Versorgung mit Nahrungsmitteln aus der EU massiv gefährden würde.
Als Weber 2023 in Rom mit Italiens Ministerpräsidentin Georgia Meloni, die sich als „konservative Partnerin“ entwickelt hatte, Kontakt aufnahm, wurde ihm dies als Fehler angerechnet, insbesondere nachdem er sich auch noch an der Seite von Meloni fotografieren ließ. Er verteidigte seine Haltung mit dem Argument „man müsse eine Regierung, die rechtmäßig und unter Einhaltung aller demokratischen Standards gewählt wurde“, einbinden.
Er nannte drei Prinzipien, die ein Gesprächspartner in der europäischen Politik erfüllen müsse, nämlich: „pro Europa, pro Ukraine, pro Rechtsstaat“. Heute spricht niemand mehr über den „Fehler“ von Manfred Weber. Zur EVP-Familie zählen inzwischen 13 Staats- und Regierungschefs und die Chancen, dass die Europäische Volkspartei als Siegerin bei der anstehenden Europawahl hervorgeht, sind wieder größer geworden.
Er hat neben den Schwerpunkten Umweltpolitik, mit Wettbewerbsfähigkeit, Verteidigungs- und Sicherheitspolitik sowie Einwanderungspolitik bis hin zur Sorge, dass Europa die Bauern verliert, auf zusätzliche wichtige Themen gesetzt, denen sich inzwischen auch von der Leyen angeschlossen hat. Während sie früher nur vom „Green Deal“ gesprochen hat, sagt sie heute, dass die EVP immer auf der Seite der Landwirte stehen werde und schließt eine lose Zusammenarbeit mit den Fratelli d’Italia von Meloni nicht mehr aus.
Manfred Weber hat in Brüssel die Zügel in die Hand genommen und die Bande der Europäischen Volksparteien gestärkt. Der Bayer aus Niederbayern, ist ein Politiker mit höchstem Einfluss in der europäischen Politik. Er ist ein Gewinn für die EU und für die Konservativen. Er hat Einfluss und Stärke, um die europäische Idee konstruktiv weiter zu entwickeln.
Bildunterschrift:
Zwei, die sich gut verstehen: Manfred Weber im vertraulichen Gespräch mit Josef Miller, Staatsminister a. D., zwischen den beiden die stellvertretende Generalsekretärin der CSU Tanja Schorer-Dremel, MdL und der ehemalige Oberbürgermeister von Augsburg Dr. Kurt Gribl. Foto: Fastl

Für Josef Miller ist die Josefsfeier von großer Bedeutung. Miller betont die Wichtigkeit, diese Tradition auch in Zukunft fortzuführen. „Die Josefsfeier in Günz, die heuer zum 13. Mal stattfand, ist mit dem Gottesdienst in der Kirche und der Feier die größte und schönste Josefsfeier die es gibt. Darauf können wir nicht mehr verzichten“, sagte Josef Miller. Der Staatsminister a.D. aus Memmingen erinnerte daran, dass früher Namenstagsfeiern eine größere Bedeutung hatten als Geburtstagsfeiern und betonte die Notwendigkeit, solche Traditionen zu bewahren. Josef Millers ganze Rede lesen
Die Feierlichkeiten begannen mit einem feierlichen Gottesdienst in der Günzer Pfarrkirche, der von Pfarrer Josef Nowak zelebriert wurde. Anschließend versammeln sich die Dorfbewohner, um den Tag gebührend zu feiern.
Miller bedankte sich bei allen Beteiligten, Mitwirkenden und Organisatoren und fand herzliche Worte für Pfarrer Donatus. Miller: „Ihr Gottesdienst und die Lieder des Bauernchores bringen Sonne in unsere Herzen und lassen uns die Sorgen vergessen.“
Neben den feierlichen Traditionen gibt es Bauernregeln, die mit dem Josefstag verbunden sind und oft das Wetter betreffen. Sie werden von Generation zu Generation weitergegeben und sind Teil des kulturellen Erbes. Ein Auszug:
- „Ein schöner Josefstag ein gutes Jahr verheißen mag."
- „Ist’s am Josephstag klar, folgt ein fruchtbar’ Jahr!"
- „Ist’s Josef klar, gibt's ein gutes Honigjahr."
- „Wenn’s erst einmal Josefi is’, so endet auch der Winter g’wiss."
Der Josefstag ist somit nicht nur ein Tag der Namensträger, sondern auch ein Tag der Traditionen und Bräuche, die das Dorfleben bereichern und die Verbundenheit der Gemeinschaft stärken.

Geboren wurde Alois Glück im oberbayerischen Hörzing im Landkreis Traunstein. Er musste bereits im Alter von 17 Jahren den elterlichen Betrieb übernehmen, weil sein Vater im Krieg gefallen war. Ich war bis zum Alter von 19 Jahren auf dem elterlichen Betrieb als Hoferbe vorgesehen. Alois Glück war von 1996 an für sechs Jahre Landessekretär der Katholischen Landjugend Bayerns, in der ich Mitglied war.
1970 wurde Alois Glück in den Bayerischen Landtag gewählt und war bis zu seinem Ausscheiden im Jahre 2008 der am längsten gediente Abgeordnete eines Parlaments in Deutschland. Von 1974 bis 1986 leitete er den Ausschuss für Landesentwicklung und Umweltfragen und war danach bis 1988 Staatssekretär im gleichnamigen Ministerium. Als Vorsitzender führte er von 1988 bis 2003 die CSU-Landtagsfraktion. Von 2003 bis 2008 an stand er an der Spitze des bayerischen Landtages als dessen Präsident.
Alois Glück war ein großer Politiker mit Vorbildcharakter. Ich erlebte ihn seit 1986 mit meiner Wahl in den Bayerischen Landtag zunächst als Abgeordneten und von 1990 bis 1993 als Staatssekretär. Von 1994 bis 1998 war ich sein Stellvertreter als Fraktionsvorsitzender. Diese Zeit möchte ich nie missen. Die mit diesem Amt verbundene enge Zusammenarbeit mit Alois Glück war für mich ein Glücksfall, denn er war sowohl mein Forderer als auch mein Förderer. Ich durfte vier Jahre lang „quasi“ bei ihm in die Lehre gehen.
Er betreute mich mit Aufgaben im Bereich der Agrar- und Umweltpolitik, mit der Leitung einer Arbeitsgruppe Rettungsdienstgesetz sowie Gentechnik. Als in Bayern eine Unterschriftaktion zur Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln gestartet worden war, schlug ich einen Gesetzesentwurf mit höheren Anforderungen vor als dies die Initiatoren einer Unterschriftensammlung vorsahen. Er beauftragte mich, Gespräche mit den Gruppierungen der Unterstützer zu führen, damit diese die Unterschriftenaktion zum Volksbegehren einstellen, was aber nicht erfolgte. Daraufhin reichte ich gegen seinen Willen mit Unterstützung des Ausschussvorsitzenden des Landwirtschaftsausschusses, Friedrich Loscher-Frühwald, den Gesetzesantrag im Landtagsamt ein, um zeitlich vor der Einleitung eines Volksbegehrens zu bleiben. Als ich daraufhin eine Schelte erwartete, weil er sehr streng, aber auch sehr großzügig sein konnte, sagte er zu mir, das war zwar gegen seinen Willen, aber richtig. Danach arbeiteten wir noch intensiver zusammen.
Uns verband immer die Suche nach der besten Lösung. Er war dabei ein großer Ratgeber und enger Freund. Ich möchte die Zeit mit ihm als Vordenker unserer Fraktion nicht missen. Es war für mich faszinierend, wie er Entwicklungen in unserer Gesellschaft früher als andere erkannte und daraus die Konsequenzen für die politische Arbeit zog. Seine Analysen bedeuteten mir sehr viel. Er war seiner Zeit voraus. Im Mittelpunkt seiner politischen Arbeit standen der Mensch und die Natur. Er war ein strahlendes Vorbild. Seine Kraft zog er aus der tiefen Verwurzelung im christlichen Glauben. Das christliche Menschenbild und die Soziallehre waren seine Richtschnur, denn er stand auf der Seite der Schwachen.
Besonders Menschen mit Behinderungen lagen ihm sehr am Herzen, auch weil er selbst einen schwerbehinderten Sohn hat. Er lehnte die Sterbehilfe ab und setzte sich für das ungeborene Leben ein. Sein besonderes Engagement galt der aktiven Bürgergesellschaft und dem ländlichen Raum. Sein Markenzeichen war die Vermittlung zwischen den Generationen und am Ende der Diskussionen der faire Kompromiss als Instrument der Demokratie. Er war kein Spalter, sondern ein großartiger Vermittler.
Alois Glück stellte sich den Herausforderungen. So wurde er nach seiner politischen Tätigkeit Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, der wichtigsten Laienorganisation in Deutschland. Dort hat er das Gesicht der katholischen Zivilgesellschaft dargestellt und ein zukunftsfähiges Christsein angemahnt, so seine Nachfolgerin im ZdK, Präsidentin Irme Stetter-Karp.
Mit Alois Glück verlieren wir eine großartige Persönlichkeit, die meine Arbeit als Landwirtschaftsminister intensiv begleitet hat. Er war mir ein großes Vorbild. Ein Politiker seines Formates fehlt uns allen.
Diätenregelung für Abgeordnete
(Meine Zusammenarbeit mit Alois Glück)
Die Diätenregelung für Abgeordnete des Bayerischen Landtags war noch bis vor wenigen Jahren ein großes Reizthema in unserer Gesellschaft. Die Medien haben regelmäßig darüber berichtet, denn die Diäten wurden jedes Jahr per Gesetz neu festgelegt. Als Stellvertreter von Alois Glück habe ich mich der Thematik angenommen und nach einer vernünftigen Lösung gesucht.
Ich schlug zur Anpassung der Diäten vor, das Durchschnittseinkommen der Bevölkerung, das vom Statistischen Landesamt errechnet wird, heranzuziehen und diesen Prozentsatz für die Anhebung der Diäten zu Grunde zu legen. Ich legte diesen Vorschlag Alois Glück, meinem Vorsitzenden der Fraktion vor. Er stimmte zu und die Anpassung der Diäten erfolgte nach diesem Faktor.
Nach der erstmaligen Erhöhung und nachdem sie Gesetzesrang hatte, wurde sehr bald ein Sammelgesetz nach dieser jährlichen Berechnungsmethode für die gesamte Legislaturperiode beschlossen. Die Regelung fand die Akzeptanz der Abgeordneten und der Öffentlichkeit, so dass sie auch der Deutsche Bundestag übernahm.
Alois Glück war als Vorsitzender pragmatischen Lösungen sehr aufgeschlossen und hat sie, wie dieses Beispiel zeigt, auch gefördert. Notwendige Anpassungen setzte er immer wieder praxisorientiert in die Tat um. Ja, er war ein zugänglicher Mensch, der immer die besten Lösungen eines Problems anstrebte und damit viel Erfolg hatte.
Bei der Veranstaltung mit dabei war auch der Memminger Staatsminister a.D., Josef Miller. „Es bestehen noch immer gute Kontakte zwischen den Politikern aus Bayern und Baden-Württemberg. Die Vertreter der sogenannten Südschiene zwischen den beiden Bundesländern treffen sich regelmäßig zum Austausch.“
Unser Bild zeigt Miller (Mitte) und Oettinger (rechts) gemeinsam mit Norbert Lins, dem derzeitigen Vorsitzenden des Agrarausschusses im Europäischen Parlament. Foto: Alexander Schreiner
Der frühere bayerische Staatsminister für Landwirtschaft und Forsten, Josef Miller, hatte die Fahrt initiiert und den Ablauf organisiert, Rüdiger Rieß, Ortsvorsitzender der CSU Bad Grönenbach und ehemaliger Fendt-Mitarbeiter, hat mit leitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Fendt die Gespräche vorbereitet. Jörg Kienle, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft, sein Stellvertreter Roland Demmeler und Jochen Stiegeler, Martin Zeller und Thomas Wassermann waren von der Vorstandschaft vertreten. Roland Schmidt, Fendt Vice-President Marketing, begrüßte die Delegation.
Fendt gehört zum US-amerikanischen AGCO-Konzern. Als Familienunternehmen wurde Fendt 1930 in Marktoberdorf gegründet, dort befindet sich bis heute der Hauptstandort in Deutschland. Weitere Fendt-Werke gibt es in Asbach-Bäumenheim, in Feucht bei Nürnberg, in Hohenmölsen, Wolfenbüttel und Waldstetten. Im italienischen Breganze werden hauptsächlich Mähdrescher hergestellt. Auch in den beiden US-Werken in Jackson, Minnesota, und Hesston, Kansas, produziert das Unternehmen Fendt-Produkte.
Wie ist der Stand der Entwicklung von KI und wie ist Fendt in Sachen autonomes Fahren aufgestellt? Ingrid Bußjäger-Martin, im Fendt-Vorstand zuständig für den Bereich Finanzen und künstliche Intelligenz, und Entwicklungschef Walter Wagner verschafften der Delegation aus dem Unterallgäu einen aktuellen Überblick. Mit einem Entwicklungsbudget von etwa 120 Millionen Euro jährlich sei man im Bereich Forschung und Entwicklung sehr gut aufgestellt, sagte Wagner, ein „Ur-Allgäuer“ aus Ittelsburg in der Gemeinde Bad Grönenbach. Zwar liege der Schwerpunkt nach wie vor auf der Produktion von Schleppern – im Werk in Marktoberdorf werden rund 100 Traktoren pro Tag hergestellt – „doch“, so Wagner, „doch inzwischen produziert Fendt auch sehr erfolgreich an zahlreichen weiteren Standorten Landmaschinen aller Art.“
Leonard von Stillfried, Director Product Mangement, stellte das Forschungsprojekt „H2 Agrar“ vor. In Haren im niedersächsischen Emsland arbeitet Fendt gemeinsam mit mehreren beteiligten Landwirten am Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur. Dort werden in einer Testphase auch Fendt Traktoren mit einem Brennstoffzellenantrieb eingesetzt. „Hier stehen wir vor vielfältigen und komplexen Herausforderungen,“ sagte von Stillfried, „es beginnt bei der Stromerzeugung und geht über die Speicherung bis hin zur Gewichts-Optimierung der Fahrzeuge“. Ob, wie und wann die Wasserstofftechnologie zur Serienreife und zum regelmäßigen Einsatz kommt, lasse sich derzeit nicht abschätzen: „Es liegt noch viel Arbeit vor uns.“ Auch die Entwicklung in Sachen umweltfreundliche Kraftstoffe wie zum Beispiel Biodiesel, gehe voran. Auch wurde der Fendt
E-Traktor gestreift, der auf der Agri Technika in Hannover ausgestellt wurde Josef Miller berichtete, damals Staatssekretär, von einem Gespräch mit Dr. Theo Waigel damals in Bonn, worauf dieser die Steuerfreiheit für Biokraftstoffe gewährt hat. Fendt hatte damals bereits Traktoren für Rapsöl und Rapsmethylester entwickelt. Von Bundesfinanzminister Steinmeier wurde die Steuerfreiheit zu einem Beimischungszwang umgewandelt.
Bildunterschrift: Bei einem Besuch des Landmaschinenherstellers Fendt in Marktoberdorf informierten sich Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in der CSU Unterallgäu über die neuesten Entwicklungen. Bei einem Rundgang durch das Werk erhielten die rund 30 Teilnehmer und eine Teilnehmerin einen Einblick in die aktuelle Produktion. Begleitet wurden sie von Josef Miller, bayerischer Landwirtschaftsminister a.D (7. von links). Das Bild zeigt unter anderem Leonard von Stillfried, Director Product Mangement bei Fendt (6. von links) sowie Roland Schmidt, Fendt Vice-President Marketing (9. von links).
Memmingen/Unterallgäu. Der langjährige bayerische Landwirtschaftsminister Josef Miller hat Stellung zu den umfassenden Protesten und Demonstrationen der Bauern bezogen: „Bei der Diskussion um die Mineralölsteuer wird verschwiegen, dass sie für die Benutzung und Instandhaltung der Verkehrswege eingeführt wurde. Sie beträgt nach den damals fast ausschließlich mit Benzin betriebenen Pkw‘s 65 Cent/Liter, für den mit Dieselkraftstoff betriebenen Lkw wegen der internationalen Konkurrenz der Spediteure und inzwischen auch für PKW 47 Cent/Liter und für den mit Diesel betriebenen Traktor der Bauern 25,6 Cent/Liter.
Die Steuerermäßigung für Landwirte ist durch den überwiegenden Traktoreneinsatz nicht auf Bundesautobahnen, sondern auf den Wiesen und Äckern sowie auf den Feldwegen begründet. Die Höhe der Besteuerung lag vor dem Beschluss der Ampelkoalition auf dem 7. Platz in Europa. Künftig liegt die Dieselsteuer für Landwirte in Deutschland mit den Niederlanden an der Spitze von 25 europäischen Ländern.
Von der Ampelregierung wird die Steuererhöhung irreführend als Subventionsabbau bezeichnet, um das ungeliebte Wort „Steuererhöhung“ zu vermeiden, was es aber ist. Mit der Verfälschung der Sprache hat diese Regierung Erfahrung, indem sie z. B. 200 Mrd. neue Schulden als „Sondervermögen“ bezeichnet, obwohl alle wissen, dass es Schulden sind. Im Übrigen ist es Zynisch, wenn als Gegenleistung für die Dieselsteuer der Abbau von Bürokratie angeboten wird. Es gibt für Traktoren weder eine Alternative beim Treibstoff, noch können die Bauern ihre Arbeiten ohne Traktoren erledigen.
Im Laufe der Jahre nimmt die jährlich erhobene Steuer beträchtliche Ausmaße an, wodurch Geld für Zukunftsinvestitionen bei den Bauern fehlt. Dies schwächt die Wettbewerbsfähigkeit unserer Landwirte. Für ihren Protest haben die Bauern großen Zuspruch in der Bevölkerung erhalten, was durch Umfragen untermauert ist. Die Bauern sind auch deshalb verärgert, weil es noch nicht lange her ist, dass sie sich massiv dafür einsetzen mussten, damit Restholz, das durch die künftigen Mischwälder zunimmt, als Brennholz verwendet werden darf. Noch nie war der Zusammenhalt unter den Bauern so groß wie in letzter Zeit.“
Josef Miller sagte in seiner Ansprache, die Absolventinnen und Absolventen blickten auf viele erfolgreiche Jahre zurück, in denen sie sich mit großen Leistungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft engagiert haben. Die Vielfalt der Berufe und Branchen, in denen unsere ALUMNI tätig sind und waren ist beeindruckend. Sie prägten früher und gestalten noch heute verschiedene Berufsfelder und tragen zur Lösung globaler Herausforderungen bei.
Präsident Prof. Dr. Hofmann freute sich, dass Staatsminister a. D. Josef Miller, einen Absolventen der Technischen Universität München, dort sein Diplom in Agrarwissenschaften gemacht hat. Er hat durch seine exzellente Vordiplomprüfung die Möglichkeit der Verkürzung der Mindeststudiendauer um ein Semester erhalten. Durch diese Ausnahmegenehmigung schloss er sein Studium nicht nach der Regelstudienzeit von acht Semestern, sondern bereits mit sieben Semestern ab.
„Neben vielen anderen beruflichen Stationen war Herr Miller“, so der Präsident, „drei Jahre Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, 4 Jahre stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CSU im Bayerischen Landtag und 10 Jahre Landwirtschaftsminister. Zuletzt war er Mitglied des Haushaltsausschusses des Bayerischen Landtages und Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Landesstiftung. Heute ist er weiterhin mit vielen Ämtern und Funktionen u. a. an der Universität Augsburg, der Hochschule Kempten oder der Diözese Augsburg betraut.
Josef Miller wurde mit dem Bayerischen Verdienstorden und dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. In Anerkennung seiner großen Verdienste um die Agrar- und Gartenbauwissenschaften in Bayern erhielt er die Max-Schönleutner-Medaille.“
Bildunterschrift: Die Technische Universität München hat Josef Miller für 50 Jahre ALUMNI ausgezeichnet. Das Bild zeigt (von links): Prof. Dr. Juliane Winkelmann, Geschäftsführende Vizepräsidentin für Internationale Allianzen, ALUMNI Dip. Ing. agr. Josef Miller, Staatsminister a. D., Präsident der TUM München, Prof. Dr. Thomas F. Hofmann. Foto: TUM
Josef Millers Rede
Miller dankte dem Gründungsvorstand des Bauernchors, Roland Demmeler, und dem jetzigen Vorstand Fritz Kaiser sowie Arthur Häring, Vorstand des Erkheimer Sängerbundes für ihre Arbeit und Mühen im Vereinsleben.
Musik sei die Sprache des Herzens, sagte Miller und fügte hinzu: „Musik ist der Ausdruck eines guten Lebensgefühls - trotz Computer und Technik. Die Gesellschaft besteht aus Menschen und nicht aus Maschinen. Menschen haben keinen Motor und auch keinen Prozessor, sondern ein Herz, ein Gemüt und dafür ist das Singen die beste Medizin.“
Bildunterschrift: Mit einem großen Festkonzert sind in Erkheim gleich zwei Vereine gefeiert worden: Der Sängerbund Erkheim, der seit 120 Jahren besteht, sowie der Allgäuer Bauernchor, der vor 40 Jahren gegründet wurde. Unser Bild zeigt die Sänger im Altarraum der Kath. Pfarrkirche in Erkheim anlässlich des Jubiläums. Foto: Josef Diebolder





