Memmingen/Kempten Der Wissenschaftsminister hatte aus Versehen das falsche Redemanuskript einge- packt. Wenn Dr. Wolfgang Heubisch darauf angewiesen wäre, hätte er gestern im Donaupark über die Eröffnung eines Rockmusik-Festivals sprechen müssen. Doch soweit kam es nicht: Der Staatsminister wusste ganz genau, wo er war – und um was es ging: die Einweihung des Standortes Memmingen im Ver- bund des „Technologie-Netzwerkes Allgäu“ (TNA) der Hochschule Kempten. Oberbürgermeister Dr. Ivo Hol- zinger zeigte sich erfreut, dass „wir nun eine weitere Hochschul-Einrichtung in Memmingen haben“. Und Minister Heubisch betonte, der Technologietransfer genieße in der Staatsregierung einen „sehr hohen Stellenwert“. Denn dieser sorge für die bestmögliche Ausbildung und Qualifikation von Fachleuten. „Und die brauchen wir, wenn wir international an der Spitze bleiben wollen.“
Der TNA-Standort im Memminger Donaupark ist der zweite – nach Kempten –, der eingeweiht worden ist. Ein dritter ist in Kaufbeuren geplant. Der Arbeitsschwerpunkt liegt in Memmingen künftig bei der Ent- wicklung und Erforschung von Leistungselektronik für erneuerbare Energien. Unternehmen aus dieser Branche können das TNA ab sofort als Forschungs- und Entwicklungspartner mit der Entwicklung und Umsetzung von Innovationen beauftragen.
Die Hochschule ihrerseits will nach Angaben ihres Präsidenten Robert F. Schmidt die Forschungsprojekte in ihre Lehre mit einbeziehen und dabei gezielt Nachwuchskräfte für die Wirtschaft ausbilden. Landtagsabgeordneter Josef Miller erinnerte daran, dass es früher eine „hervorragende Grundlagen- forschung, aber große Probleme auf dem Weg bis zur Anwendung “ gegeben habe. Mit dem TNA solle sich das ändern: Schneller Wissenstransfer solle künftig rascher zum fertigen Produkt führen. Eine der Firmen, die von Anfang an am Pionierprojekt beteiligt war, ist die Firma Steca aus Memmingen. Geschäftsführer Michael Voigtsberger erklärte bei der Einweihungsfeier, welche Vorteile das Unternehmen in der Zusammenarbeit mit der Hochschule Kempten sehe: „Mit unseren Produkten sind wir weltweit vertreten. Heute ist alles komplexer als früher, und es muss schneller gehen.“ Da sei es gut, einen Forschungs- und Entwicklungspartner zu haben.
Um das neue TNA mit Leben zu erfüllen, würden aber noch zahlreiche weitere Firmen benötigt, die dem Vorbild von Steca folgten, betonte Voigtsberger. Professor Lothar Czarnecki, einer der beiden Professoren, die am TNA-Standort Memmingen wirken, ergänzte: „Keine Firma muss Angst haben, dass sie zu klein oder unbedeutend ist. Wir freuen uns über jeden neuen Projektpartner.“ (maj)





